Tiny Leadership Habits – in kleinen Schritten zu einer neuen Führungskultur

Die Shownotes zum Podcast

 Mit Riesenschritten marschieren wir auf das neue Jahr 2021. Unternehmer und Führungskräfte planen ihre Projekte für das nächste Jahr. Nicht selten gerät dann auch die Kultur des Unternehmens in den Fokus. Es fallen Sätze wie: „So geht es nicht weiter, wir müssen mal an unserer Unternehmenskultur (alternativ: Teamkultur, Meetingkultur, Kommunikationskultur, Führungskultur, usw.) arbeiten.“

Alle nicken zustimmend und keiner weiß, was konkret gemeint ist. Vielleicht werden Teambildungsworkshops organisiert, ein Leitbild wird entwickelt, es wird über Werte und Visionen diskutiert oder der Chef hält eine Brandrede voller Apelle. Wenn sich dadurch überhaupt was ändert, dann niemals für lange. 

Der Grund hierfür ist sehr einfach: Die Kultur kann ich nicht unmittelbar beeinflussen.  

Die Kultur ist quasi ein Schatten dessen was täglich passiert. Das was wir tun bzw. nicht tun bestimmt unsere Kultur. 

 

Wenn das so ist, könnten wir als Führungskräfte versuchen, unsere Mitarbeiter zu bestimmten Verhaltensweisen zu bewegen und damit eine Änderung der Unternehmenskultur erreichen. Das Verhalten von anderen Menschen zu verändern ist allerdings äußerst schwierig.  

Daher wollen wir in unserem heutigen Podcast Euch Führungskräfte dazu animieren, bei Euch selbst anzufangen. Dies hat den Vorteil, dass die Umsetzung Deiner Vorhaben ausschließlich in Deinem Einflussbereich liegt. Den Nachteil, dass jetzt nicht andere, sondern Du was tun musst, müssen wir ja nicht unbedingt verraten 😉 

Die Verhaltensänderungen, über die wir heute sprechen, sind auch nicht die großen Dinge und aufwendigen Maßnahmen. Es geht auch nicht darum, neue Führungspraktiken, wie Mitarbeitergespräche oder Teambuildingevents einzuführen. Heute geht es um unsere vielen kleinen „Miniaktionen“, unsere Gewohnheiten. 

Genauso wie ein Zahnarztbesuch nur Sinn macht, wenn man sich regelmäßig die Zähne putzt, entfalten aufwendige Führungspraktiken nur Wirkung, wenn das tägliche Verhalten der Führungskraft aus Sicht der Mitarbeiter als wertschätzend und passend empfunden wird. 

Mit ihrem Verhalten ist die Führungskraft permanent eine „Placebo auf zwei Beinen“. Das tägliche Verhalten der Führungskraft hat daher einen bedeutenden Einfluss auf die Kultur des Unternehmens. 

Tägliche Gewohnheiten ändern“ hört sich zugegebenermaßen einfacher an als es ist. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Du hörst mit einer dysfunktionalen Gewohnheit auf oder Du trainierst Dir eine neue Gewohnheit an 

Insbesondere das Abstellen einer Gewohnheit ist oft nicht einfach. Ein schrittweises Vorgehen kann hier Sinn machen: 

 

  1. Identifiziere das Verhalten, das Du abstellen möchtest. 
  2. Beobachte eine Woche lang, wann und wo dieses Verhalten auftritt und stelle es noch NICHT ab. 
  3. Ab der zweiten Woche nehme den Impuls für das Verhalten und Deine Erstreaktion darauf wahr. Zeige dann Dein erwünschtes Verhalten (Zweitreaktion). 

Du wirst erkennen, dass der Zeitraum zwischen Erstreaktion und Zweitreaktion immer kürzer wird. 

Irgendwann ist die Erstreaktion verschwunden und Du hast eine Gewohnheit verändert. 

Wenn ein neues Verhalten zur Gewohnheit werden soll, dann ist es motivierend, sich zu Beginn eher kleine Ziele zu setzen. Wenn bereits zu Beginn des Veränderungsprozesses eine Überforderung auftritt, ist es fast unmöglich, eine neue Gewohnheit zu etablieren. 

Falls Ihr Probleme haben solltet, ein Verhalten zu identifizieren, was Ihr ändern möchtet, dann seid doch einfach mutig und fragt mal Eure Kollegen oder Mitarbeiter. Denen fällt bestimmt was Nettes ein. 

Hier kommen ein paar Vorschläge von uns: 

  • Du gehst oft von Dir selbst und Deinen Vorstellungen aus. 
  • Du unterbrichst andere und fällst ihnen ins Wort oder beendest deren Sätze. 
  • Du hälst bestimmte Dinge für selbstverständlich. 
  • Du richtest Deine Aufmerksamkeit auf das, was nicht funktioniert. 
  • Du rastest aus, wenn Fehler passieren. 
  • Du versuchst die Einstellungen Deiner Mitarbeiter zu ändern, statt deren Verhalten. 
  • Du lobst zu wenig.  

Auf Deinen Job als Führungskraft kann es sich auch positiv auswirken, wenn Du Gewohnheiten änderst, die gar nichts mit Deiner Arbeit zu tun haben: 

  • Du nimmst Dir Zeit für Deine Mahlzeiten und isst nicht am Schreibtisch oder unterwegs. 
  • Du gönnst Dir regelmäßige Pausen. 
  • Du bewegst Dich jeden zweiten Tag für 30 Minuten. 
  • Du nimmst die einen Nachmittag in der Woche frei und unternimmst etwas, was Dir Spaß macht. 

Zugegeben, es macht Spaß diese Liste weiterzuführen, aber das ist jetzt Euer Job. 

Viel Spaß dabei. Wir freuen uns über Rückmeldungen, ob wir Euch zu einer neuen Gewohnheit inspirieren konnten. 

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