Leading Structures – Machen ist wie Wollen – nur krasser.

Die Shownotes zum Podcast

In unserem Podcast nehmen wir regelmäßig die unterschiedlichsten Führungspraktiken unter die Lupe und diskutieren deren Zweckmäßigkeit. Manche Praktiken wie Mitarbeiterjahresgespräche oder Jahreszielplanungen wurden in vielen Unternehmen irgendwann ausdrücklich eingeführt, andere Praktiken wie die Struktur der Meetings oder die Herangehensweise an Problemstellungen haben sich einfach etabliert. Dieser Status Quo wird selten hinterfragt.  

Aber was irgendwann einmal nützlich und gut war, muss es nicht unbedingt heute noch sein. Die Dynamik der Märkte nimmt zu, Kundenanforderungen und Maßnahmen von Konkurrenten verändern sich. Mitarbeiter ticken heute anders als noch vor einigen Jahren (Generation Y und Z).  

Kurz: Das unternehmerische Umfeld hat sich weitaus deutlicher verändert als unsere Führungspraktiken. DieKernfrage lautet daher: Hat unsere Art zu führen immer noch den gleichen Nutzen wie früher oder verursacht sie mittlerweile sogar einen Kollateralschaden? 

 

In unserem aktuellen Podcast haben wir diese Frage auf regelmäßige Teammeetings angewendet. 

Nach unserer Beobachtung laufen diese Veranstaltungen immer nach dem gleichen Muster: Der Chef oder ein Führungsteam überlegt sich eine Lösung für ein bestimmtes Problem und teilt dem Team in Form einer konkreten Arbeitsanweisung oder Prozessbeschreibung mit, wie die Umsetzung im Detail zu erfolgen hat. Grundsätzlich liegt der ganze Aufwand für Vorbereitung und Durchführung der Besprechung beim Chef. Er hat den Hauptredeanteil und wenn überhaupt, bringen sich immer nur die gleichen Mitarbeiter ein. 

Meistens werden die Ideen der Führungskraft abgenickt, die wirkliche Umsetzung verläuft oft sehr schwerfällig und manchmal im Sande. 

Das andere Extrem kennen wir sicherlich auch alle, es wird eine Frage zur Diskussion gestellt und es folgt eine endlose Diskussion oder ein Brainstorming ohne konkretes Ergebnis. Das Ergebnis beider Varianten ist letztlich frustrierend.  

Im unternehmerischen Kontext greifen wir immer auf die gleichen wenigen Interaktionsmethoden zurück: Vortrag / Präsentation / (moderierte) Diskussion / Brainstorming. Wir müssen uns entscheiden: Entweder das Meeting läuft strukturiert ab und die Kontrolle liegt bei wenigen oder wir beziehen alle Beteiligten ein, was schnell chaotisch verläuft und viel Zeit kostet. 

Jenseits dieser konventionellen Methoden von Zusammenarbeit stellen wir Methoden vor, die die Vorteile beiderVarianten vereinen. Sie gewährleisten, dass sich alle Beteiligten einbringen und geben eine Struktur vor, die endlose Diskussionen vermeidet und Ergebnisse garantiert.  

Diese neuen Formen der Zusammenarbeit basieren auf folgenden Hypothesen: 

  • Alle Mitarbeiter haben gute Ideen nicht nur der Chef. 
  • Die Praktiken sollen so einfach wie möglich sein, nur so werden sie auch wirklich umgesetzt. 
  • Je nach Fragegestellung gilt es eine gute Balance zu finden zwischen Kontrolle beim Chef und Kontrolle beim Team einerseits und klaren Strukturen und Freiheit für neue Ideen andererseits. 

Im Podcast stellen wir als Beispiel die Interaktionsmethode „1-2-4-Alle“ vor, die es ermöglicht, in kurzer Zeit Ideen und Vorschläge zu erzeugen und dabei die Kreativität von allen Beteiligten anzuzapfen. Da die Lösungen von allen Teilnehmern kommen, entfällt die anstrengende Überzeugungsarbeit und die Umsetzung gelingt leicht. Anstatt für die Lösung verantwortlich zu sein, übernimmt die Führungskraft die Rolle des Moderators. Sie stellt eine Frage in Bezug zu einem zu lösenden Problem, anschließend fragt sie konkret nach, z.B. 

  • Welche Ideen hast Du um dieser Herausforderung gerecht zu werden? 
  • Wie würdest Du mit dieser Situation umgehen? 
  • Welche Maßnahmen schlägst Du vor? 

Anschließend macht sich jeder alleine eine Minute Gedanken zur gewählten Problemstellung. Dann werden diese Ideen zu zweit weiterentwickelt (2 Minuten). Ideen aus den Paaren werden in Vierergruppen verfeinert. Dabei werden Gemeinsamkeiten zusammengeführt und Unterschiede herausgestellt (4 Minuten). 

Abschließend stellt jede Gruppe, die aus ihrer Sicht beste Idee vor (5 Minuten). 

Auch wenn diese Methode zunächst banal erscheint, ist sie extrem wirksam. Sie generiert innerhalb kurzer Zeit gute Vorschläge. Sie ermöglicht die Beteiligung jedes Einzelnen und sie kann in den unterschiedlichsten Kontexten ohne Vorbereitung angewendet werden. 

 

Die Wirtschaft befindet sich im Wandel. Um den daraus resultierenden Anforderungen gerecht zu werden, sind wir darauf angewiesen, dass alle Mitarbeiter ihr Potential entfalten und mit ihren Fähigkeiten zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Um dies zu ermöglichen, müssen wir anders zusammenarbeiten.  

Tanja Palzer & Hans-Jürgen Walter

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